2026-02-25

礼 Rei - "stärker" durch japanische Höflichkeits-Etiquetten

Ein wichtiger Aspekt den man sich aneignet, wenn man japanische Traditionen lernt ist die Höflichkeits-Etiquette.

Man verbeugt sich ständig.
Man verbeugt sich, wenn man die Trainingsstätte betritt.
Man verbeugt sich, wenn man das Training beginnt.
Man verbeugt sich vor seinem Trainingspartner, wenn man Partnerübungen anfängt.
Man verbeugt sich vor seinem Trainingspartner, wenn man Partnerübungen beendet.
Man verbeugt sich, wenn man das Training beendet.
Man verbeugt sich, wenn man die Trainingsstätte verlässt.
Man verbeugt sich zwischendurch.
Man verbeugt sich mit und ohne das Kommando "Rei" aufgerufen wird.

Somit wird der Eindruck erweckt, dass das japanische Wort "Rei" Verbeugung heißt.
Es bedeutet aber "Höflichkeit".
Mit dem Kommando "Rei" sagt man an, dass man Respekt oder Höflichkeit zeigt.

Natürlich sollte man Höflichkeit seinem Gegenüber zeigen.
Und wenn man schon denn Sinn nicht erkennt, seinem Gegenüber Höflichkeit zu zeigen, sollte man es wenigstens für sich selbst tun.

Denn wenn man die japanischen Höflichkeitsgesten ausführt, wird man selbst unerschütterlicher - sprich: "stärker".

Dazu gehört unter anderem auch, wenn man sich vorstellt und eine Visitenkarte aushändigt, diese mit beiden Händen zu überreichen.
Oder wenn dazu gehört auch, wenn man jemanden etwas übergibt, dass man diesem jemanden das Zuübergebende nicht einfach so hinwirft, sondern sanft hinlegt.
Man sollte sowieso nicht einfach so irgendetwas, wenn man etwas ablegen soll oder will nicht hinwerfen, sondern sanft hinlegen. Wenn die Situation es einem ermöglicht gar mit beiden Händen.

Nicht nur sich selbst, seinem Gegenüber sondern auch Dingen gegenüber ist es ratsam höflich zu sein.
Dies macht einen "stärker" und dies kommt wieder anderen zu Gute.

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Atmung: weniger sauer

Formulierungen um Wut oder Zorn auszudrücken wie "Ich bin so sauer!" kann man zwar nicht über den pH-Wert nachmessen... aber dennoch, verfasse sich pseudowissenschaftlich folgende Zeilen.


Ein wichtiger Aspekt den man beim Üben der Sanchin Kata lernt, ist das Ausatmen bis zum Schluss.

Dies ist auf biochemischer Ebene nachweisbar, dass man weniger sauer (im Sinne der Azidose) wird, wenn man bis zum Ende ausatmet.

Die Luft, die wir einatmen, ist ein Gasgemisch, welches unter anderem aus Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid besteht.

In der Lunge geht Sauerstoff in die Blutbahn über und wird unter anderem bis zu dem Muskeln transportiert, wo es verbrannt und in Kohlenstoffdioxid umgewandelt wird.
Dies wird dann mit dem Blut wieder zur Lunge transportiert und geht dann in das Gasgemisch, welches sich in der Lunge befindet.

Ein Anstieg von CO2 im Blut senkt den pH-Wert - sprich: man wird sauer.
Ein Mangel von O2 kann zur Übersäuerung führen.

Bisher habe ich nur Zahlen gefunden, die den pH-Wert im Blut angeben,
aber man kann das Grundprinzip auf das Gasgemisch innerhalb der Lunge übertragen,
wobei mir nur nicht einfallen würde, wie man dies bei einem menschlichen lebenden Organismus nach messen könnte.
(Dies ist ein Aufruf an Wissenschaftler sich bei mir zu melden)

Wenn man den Inhalt der Lunge nicht so viel es geht ausatmet, steigt der CO2-Gehalt in der Lunge und man wird saurer.

Sanchin ist eine Basis-Kata, bei der man demonstrativ bis zum Ende ausatmet. Dadurch erhält die Lunge wieder Platz "frische Luft" aufzunehmen, dass die Sauerstoffkonzentration im Gasgemisch der innerhalb der Lunge wieder erhöht werden kann.

Resultat ist:
Man ist weniger sauer - nachweisbar und hoffentlich auch im übertragenem Sinn.

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Zur eigenen Mitte (durch Sanchin)

"Seine eigene Mitte finden" - ein hohes Ziel.

Dem Ziel kann man sich an näheren, in dem man die Kata Sanchin übt.

Diese Kata besteht unter anderem aus Abwehr- und Angriffs-Techniken, die mit der Hand ausgeübt wird.

Am Anfang des Übungs-Prozesses fokussiert man sich gerne auf die äußerste Extremität: die Hand.

Nur um irgendwann gesagt zu bekommen, dass man die Techniken mit nicht mit der Hand auszuführen hat, sondern mit dem Ellenbogen.

Nur um irgendwann gesagt zu bekommen, dass man die Techniken mit nicht mit dem Ellenbogen auszuführen hat, sondern auch mit der Schulter (ohne die Schulter zu benutzen).

Somit verlagert man den Fokus, von dem Äußeren des Körpers immer mehr zum Zentrum.
Bis man in der Mitte angelangt ist und seine eigene Mitte gefunden hat.

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心技体 "Shingitai" - Einheit von Körper und (Technik und) Geist

 Man sagt sehr häufig: "Körper und Geist sind eine Einheit"

Der Körper wird unter anderem geformt durch dem was man dem zufügt - sprich: isst und trinkt - und was für Reizen man dem aussetzt:
Legt man eine schwere Hantelstange auf die Schultern und wiederholt regelmäßig Kniebeuge, baut man unweigerlich Muskulatur auf.
Geht man regelmäßig Laufen, steigert man unweigerlich die Ausdauer.
Setzt man sich regelmäßig an ein Klavier und betätigt die Klaviatur mit der Intention "besser zu werden", wird man unweigerlich besser im Klavier spielen.

Nun... wie formt man denn so etwas Unfassbares, was wir Geist nennen:
Eine Möglichkeit wäre die Erfahrung und aus dem, was für Konsequenzen daraus man zieht - sprich daraus lernt.
Beispielsweise: Man erlebt etwas Traumatisierendes, erwächst daraus in dem man es verarbeitet. Und man erlebt erneut etwas ähnlich Traumatisierendes, wird einem wahrscheinlich die erste Erfahrung helfen, besser mit dem zweiten Trauma umgehen zu können.

Eine andere Methode etwas zu erfahren ist nicht die der obengenannten wahren Praxis, sondern in der Simulation, welche in einem geschützten Raum statt finden. Nämlich im Üben von Karate-Techniken.

Im Japanischen sagt man:
心技体 "Shingitai" - Die Einheit von Geist, Technik und Körper

Ob nun der Geist dem Körper folgt oder umgekehrt oder gar beides gleichzeitig, ist irrelevant.
Man kann durch die körperliche Tätigkeit, die man die Technik erfährt seinen Geist formen.

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2026-02-22

Benefit durch Karate

Der Versuch zu erklären bleibt beim Versuch das Gesamte in voller Gänze zu erfassen.

Deswegen sollte man sich bewusst sein, dass wenn man erklärt ein Großteil der Wahrheit nicht erfasst wird, da nur Tatsächliches beschrieben wird.
Und hinter der Tatsache noch mehr an Wahrheit verborgen bleibt.

Das Beste wäre, wenn man zeigen würde, was man mit Worten zu beschreiben versucht.

Frei nach dem Motto: "Show. Don't tell" oder "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte."

Dennoch ist die versuchte Erklärung immer noch besser als gar nicht zu erklären.