2026-02-25

先 "Sen" - Die Initiative ergreifen

"Proaktiv" bedeutet im Gegensatz zu "reaktiv", vorausschauend, eigenverantwortlich und zielgerichtet zu handeln um Entwicklungen aktiv zu gestalten, statt nur auf Situationen zu reagieren.

Das ist 先 "Sen" - die Initiative zu ergreifen.

Und dies kann man durch Karate üben.

Wir im Karate simulieren eine Antwort parat zu haben bevor eine Frage gestellt worden ist.
Die Frage wäre die Aktionen von unserem Trainingspartner und wir üben das Erkennen des Zeitpunkts, wann unser Partner die Aktion durch führen will.

Dieses Erkennen ist essentiell dafür, die Antwort abliefern zu können, bevor die Frage zu ende gestellt worden ist.

Im Außen sieht man eine Reaktion, bei den beiden Trainingspartner jedoch spielt sich alles im Inneren ab und im Idealfall merkt der Angreifende, dass er keine Chance hat, da die Antwort des Verteidigenden schon steht, bevor der Angriff abgeschlossen worden ist.

Dies ist keine Frage von Schnelligkeit, sondern eine Frage wer "früher" ist.

Gelingt einem früher zu sein, als sein Gegenüber ist man "eingetreten" - "Enter your opponent".

Hat man einmal dieses "State of mind" oder "Mindset" erreicht, hat man mehr Kapazitäten zur Verfügung.

Disclaimer und mehr dazu unter Benefit durch Karate

Mehr Ressourcen, mehr mentale Kapazität

"Durch Karate wird man zu einem besseren Menschen."
Diese Aussage ist anmaßend, dennoch richtig.
Und es schließt nicht aus, dass man durch andere Übungsformen oder körperlicher Tätigkeit zu einem besseren Menschen wird.

Achja... und ganz neben bei: besser heißt nicht gut.

Denn durch Karate, entwickelt man mehr mentale Kapazität und Ressourcen, dass man mehr zur Verfügung hat, was man abgeben kann. Was "abgeben" auch immer bedeuten mag - im materiellem oder zeitlichem Sinn.

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礼 Rei - "stärker" durch japanische Höflichkeits-Etiquetten

Ein wichtiger Aspekt den man sich aneignet, wenn man japanische Traditionen lernt ist die Höflichkeits-Etiquette.

Man verbeugt sich ständig.
Man verbeugt sich, wenn man die Trainingsstätte betritt.
Man verbeugt sich, wenn man das Training beginnt.
Man verbeugt sich vor seinem Trainingspartner, wenn man Partnerübungen anfängt.
Man verbeugt sich vor seinem Trainingspartner, wenn man Partnerübungen beendet.
Man verbeugt sich, wenn man das Training beendet.
Man verbeugt sich, wenn man die Trainingsstätte verlässt.
Man verbeugt sich zwischendurch.
Man verbeugt sich mit und ohne das Kommando "Rei" aufgerufen wird.

Somit wird der Eindruck erweckt, dass das japanische Wort "Rei" Verbeugung heißt.
Es bedeutet aber "Höflichkeit".
Mit dem Kommando "Rei" sagt man an, dass man Respekt oder Höflichkeit zeigt.

Natürlich sollte man Höflichkeit seinem Gegenüber zeigen.
Und wenn man schon denn Sinn nicht erkennt, seinem Gegenüber Höflichkeit zu zeigen, sollte man es wenigstens für sich selbst tun.

Denn wenn man die japanischen Höflichkeitsgesten ausführt, wird man selbst unerschütterlicher - sprich: "stärker".

Dazu gehört unter anderem auch, wenn man sich vorstellt und eine Visitenkarte aushändigt, diese mit beiden Händen zu überreichen.
Oder wenn dazu gehört auch, wenn man jemanden etwas übergibt, dass man diesem jemanden das Zuübergebende nicht einfach so hinwirft, sondern sanft hinlegt.
Man sollte sowieso nicht einfach so irgendetwas, wenn man etwas ablegen soll oder will nicht hinwerfen, sondern sanft hinlegen. Wenn die Situation es einem ermöglicht gar mit beiden Händen.

Nicht nur sich selbst, seinem Gegenüber sondern auch Dingen gegenüber ist es ratsam höflich zu sein.
Dies macht einen "stärker" und dies kommt wieder anderen zu Gute.

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Atmung: weniger sauer

Formulierungen um Wut oder Zorn auszudrücken wie "Ich bin so sauer!" kann man zwar nicht über den pH-Wert nachmessen... aber dennoch, verfasse sich pseudowissenschaftlich folgende Zeilen.


Ein wichtiger Aspekt den man beim Üben der Sanchin Kata lernt, ist das Ausatmen bis zum Schluss.

Dies ist auf biochemischer Ebene nachweisbar, dass man weniger sauer (im Sinne der Azidose) wird, wenn man bis zum Ende ausatmet.

Die Luft, die wir einatmen, ist ein Gasgemisch, welches unter anderem aus Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid besteht.

In der Lunge geht Sauerstoff in die Blutbahn über und wird unter anderem bis zu dem Muskeln transportiert, wo es verbrannt und in Kohlenstoffdioxid umgewandelt wird.
Dies wird dann mit dem Blut wieder zur Lunge transportiert und geht dann in das Gasgemisch, welches sich in der Lunge befindet.

Ein Anstieg von CO2 im Blut senkt den pH-Wert - sprich: man wird sauer.
Ein Mangel von O2 kann zur Übersäuerung führen.

Bisher habe ich nur Zahlen gefunden, die den pH-Wert im Blut angeben,
aber man kann das Grundprinzip auf das Gasgemisch innerhalb der Lunge übertragen,
wobei mir nur nicht einfallen würde, wie man dies bei einem menschlichen lebenden Organismus nach messen könnte.
(Dies ist ein Aufruf an Wissenschaftler sich bei mir zu melden)

Wenn man den Inhalt der Lunge nicht so viel es geht ausatmet, steigt der CO2-Gehalt in der Lunge und man wird saurer.

Sanchin ist eine Basis-Kata, bei der man demonstrativ bis zum Ende ausatmet. Dadurch erhält die Lunge wieder Platz "frische Luft" aufzunehmen, dass die Sauerstoffkonzentration im Gasgemisch der innerhalb der Lunge wieder erhöht werden kann.

Resultat ist:
Man ist weniger sauer - nachweisbar und hoffentlich auch im übertragenem Sinn.

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Zur eigenen Mitte (durch Sanchin)

"Seine eigene Mitte finden" - ein hohes Ziel.

Dem Ziel kann man sich an näheren, in dem man die Kata Sanchin übt.

Diese Kata besteht unter anderem aus Abwehr- und Angriffs-Techniken, die mit der Hand ausgeübt wird.

Am Anfang des Übungs-Prozesses fokussiert man sich gerne auf die äußerste Extremität: die Hand.

Nur um irgendwann gesagt zu bekommen, dass man die Techniken mit nicht mit der Hand auszuführen hat, sondern mit dem Ellenbogen.

Nur um irgendwann gesagt zu bekommen, dass man die Techniken mit nicht mit dem Ellenbogen auszuführen hat, sondern auch mit der Schulter (ohne die Schulter zu benutzen).

Somit verlagert man den Fokus, von dem Äußeren des Körpers immer mehr zum Zentrum.
Bis man in der Mitte angelangt ist und seine eigene Mitte gefunden hat.

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心技体 "Shingitai" - Einheit von Körper und (Technik und) Geist

 Man sagt sehr häufig: "Körper und Geist sind eine Einheit"

Der Körper wird unter anderem geformt durch dem was man dem zufügt - sprich: isst und trinkt - und was für Reizen man dem aussetzt:
Legt man eine schwere Hantelstange auf die Schultern und wiederholt regelmäßig Kniebeuge, baut man unweigerlich Muskulatur auf.
Geht man regelmäßig Laufen, steigert man unweigerlich die Ausdauer.
Setzt man sich regelmäßig an ein Klavier und betätigt die Klaviatur mit der Intention "besser zu werden", wird man unweigerlich besser im Klavier spielen.

Nun... wie formt man denn so etwas Unfassbares, was wir Geist nennen:
Eine Möglichkeit wäre die Erfahrung und aus dem, was für Konsequenzen daraus man zieht - sprich daraus lernt.
Beispielsweise: Man erlebt etwas Traumatisierendes, erwächst daraus in dem man es verarbeitet. Und man erlebt erneut etwas ähnlich Traumatisierendes, wird einem wahrscheinlich die erste Erfahrung helfen, besser mit dem zweiten Trauma umgehen zu können.

Eine andere Methode etwas zu erfahren ist nicht die der obengenannten wahren Praxis, sondern in der Simulation, welche in einem geschützten Raum statt finden. Nämlich im Üben von Karate-Techniken.

Im Japanischen sagt man:
心技体 "Shingitai" - Die Einheit von Geist, Technik und Körper

Ob nun der Geist dem Körper folgt oder umgekehrt oder gar beides gleichzeitig, ist irrelevant.
Man kann durch die körperliche Tätigkeit, die man die Technik erfährt seinen Geist formen.

Disclaimer und mehr dazu unter Benefit durch Karate


2026-02-22

Benefit durch Karate

Der Versuch zu erklären bleibt beim Versuch das Gesamte in voller Gänze zu erfassen.

Deswegen sollte man sich bewusst sein, dass wenn man erklärt ein Großteil der Wahrheit nicht erfasst wird, da nur Tatsächliches beschrieben wird.
Und hinter der Tatsache noch mehr an Wahrheit verborgen bleibt.

Das Beste wäre, wenn man zeigen würde, was man mit Worten zu beschreiben versucht.

Frei nach dem Motto: "Show. Don't tell" oder "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte."

Dennoch ist die versuchte Erklärung immer noch besser als gar nicht zu erklären.

2024-06-13

Du brauchst keine Übungen

Du brauchst keine Übungen,

um Dein orthopädisches Problem in den Griff zu bekommen.

Du musst nur die Prinzipien, die Du durch Übungen lernst in Deinen Alltag integrieren.


Muss ein Bäckermeister ins Gym gehen und seine Unterarme trainieren?
Nein. Muss er nicht.
Wenn er täglich den Teig knetet, werden die Unterarme schon irgendwann dick.

Er nutzt die Arme innerhalb seines Alltages.


Und genauso verhält es sich mit den Übungen.
Wenn Du einmal verstanden hast, was Dir die einzelne Übung vermitteln will, und Du es schaffst, das Prinzip in Deinen Alltag zu integrieren, dann brauchst Du die Übung nicht mehr üben.


Versteh mich nicht falsch:
Der moderne Zivilisationsmensch scheint unter Bewegungsmangel zu leiden und somit ergibt jede Übung in der Bewegung involviert ist Sinn und ist erstrebenswert.

Aber lass es mich noch einmal sagen:
Nur um Dein orthopädisches Problem los zu werden, brauchst Du keine Übungen durchführen.
Du musst nur die Prinzipien, die Du durch die Übung lernst in Deinen Alltag integrieren.

2024-06-06

Carpe diem

 Ja, der Tag hat 16 Stunden.
Hoffentlich schläfst Du circa 8 von 24 Stunden und somit bleiben Dir noch 16 Stunden.

Wenn man die Lebenszeit, die man schlafend im Bett verbringt, betrachtet, ist es ein Drittel und somit nicht zu unterschätzen. Und sicher lohnt es sich auch diese Zeit zu optimieren.

Aber... zwei Drittel Deiner Lebenszeit bist Du wach. Und nur im wachen Zustand kannst Du etwas ändern.

Also ändere doch etwas, was Du ändern kannst, während Du wach bist.

(was natürlich nicht bedeutet, dass es sich nicht lohnt auch die Schlafqualität zu optimieren)

2024-05-30

Das entspannte Ausatmen bis zum Ende

 Die allgemeine Atmung sollte ganz natürlich ohne Zwang passieren.

Deswegen sollte man das Gesicht entspannen.

Einfach gelangweilt und müde gucken.
Man merkt, wie die Gesichtszüge entspannen.

Der Mund ist dabei geöffnet, wie bei einer P.E.T.-Flasche, wo der Deckel aufgeschraubt ist – offen halt.

Man atmet entspannt aus, in dem ausatmet, wie beim Seufzen.

Ohne es zu forcieren, lässt man den Ausatmenzug bis zum Ende geschehen – kein Druck, kein Pressen.

Wenn man dann merkt, dass der Brustkorb senkt oder der Bauch sich nicht mehr weiter zusammen zieht, wenn man merkt, dass kein Luftstrom in den eigenen Atmenwegen passiert, kann man anfangen weider ein zuatmen.

Das Einatmen geschieht genauso locker und entspannt, wie das Ausatmen.

Man braucht nicht darauf zu achten, dass das Einatmen größer gestalten will. Der Einatmenzug wird automatisch größer und länger, je tiefer man ausatmet.

Das nennt sich „reflektorische Einatmung“.

Wenn nichts mehr einströmt, fängt man wieder von vorne an: dem entspannten Ausatmen.


Trivia:

Um tief zu atmen, glaubt man, meist tief einatmen zu müssen.

Wenn man jedoch nur an das Einatmen denkt und nicht konsequent ausatmet, steigt der Kohlenstoffdioxid-Anteil vom Gasgemisch in der Lunge.
Somit hat man in der Lunge weniger Kapazität Sauerstoff auf zunehmen.

Reicht die Vergrößerung durch die reflektorische Einatmung nicht aus, kann man immernoch an der Erweiterung der Einatmung arbeiten


2024-05-23

gymnastische Übungen: Warum & Wann

Es gibt zwei Gründe weshalb man Übungen machen sollte:
  • weil man so etwas wie Ausdauer oder Muskelzuwachs erhalten oder verbessern möchte
  • weil man ein gewisses Prinzip erlernen möchte
Falls man es aus dem letzten Grund macht, gibt es gewisse Zeitpunkte bzw Anlässe zu denen man sie durchführen kann:
  • extra - man nimmt sich extra Zeit dafür
    wenn man sich extra Zeit dafür nimmt, zum Beispiel zu selbst festgelegten Uhrzeiten, konditioniert man sich darauf. Der Vorteil liegt darin, dass man regelmäßig einen Zeitpunkt hat an, an dem man sich an das zu lernende Prinzip konzentriert erinnert. 
  • dabei - während man etwas macht
    zum Beispiel beim TV schauen - zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
    Dies ist eine gute Art ein Prinzip zu manifestieren, trotz Ablenkung.
  • davor - vor bestimmten Tätigkeiten
    Falls man sich bewusst ist, während einer bestimmten Tätigkeit ein gewisses Prinzip nicht einhalten zu können, empfiehlt es sich vor einer Tätigkeit, wie zum Beispiel Gewichte heben oder Frühlingszwiebeln schneiden sich zu kalibrieren, um die vorstehende Tätigkeit vorteilhafter durch zuführen.
  • zwischendurch - zwischen anderen Tätigkeiten
    eine Mischform der oben genannten drei Punkte
  • der Notfall - wenn man es halt nötig hat
    eigentlich, wenn es zu spät ist. Jedoch ist dies auch der beste Zeitpunkt, um Selbstwirksamkeit zu erfahren. Falls man aus bestimmten Gründen (sich "verzogen" hat usw) Schmerzen hat, kann es ein Weg sein, Schmerzen zu lindern oder gar zu eliminieren.
Natürlich wäre es das Beste, dass gewisse Prinzipen so weit in Fleisch und Blut übergangen wären, dass sie unter-  und unbewusst befolgt würden. Jedoch ist es meist so, dass man wiederholen muss, bis man die Prinzipien beherrscht. Und so lange ergibt es Sinn zu üben.

2024-05-16

Ausgleichsport

"Der moderne Zivilisationsmensch mit westlichem Lifestyle muss auf seine Work-Life-Balance achten" - totally BS.
Diese Aussage impliziert, dass auf die eine Waagschale mit Work gefüllt ist und die andere mit Life und, dass Work nicht Bestandteil von Life ist. Es suggeriert, dass es zwei verschiedene Pole sind, die sich gegenüber stehen. Aber Work ist nun mal in Life inkludiert. Dies nun mal voran als Vorwissen.

OK. Der moderne Zivilisationsmensch, der einen westlichen Lebensstil nachgeht hat für gewöhnlich einen Nine-to-Five-Job in einer sitzenden Tätigkeit. Mit nach deutschem Recht vorgeschriebenen mindestens 30 Minuten Pause und einem sogenanntem optimalen Schlaf von acht Stunden, bleiben ihm noch siebeneinhalb Stunden Leben. Wenn er ambitioniert ist, geht er zweimal bis viermal pro Woche in dieser Lebenszeit zum Sport mit je 60 bis 120 Minuten je Einheit.
Mit diesen zusammenaddierten 120 bis 480 Minuten körperlicher Ertüchtigung soll er den Stress, den er in den 2400 Minuten auflädt ausgleichen?!
Mit diesen zusammenaddierten 120 bis 480 Minuten körperlicher Ertüchtigung soll er die mangelnden Bewegung, die er in den 2400 Minuten kompensieren?!
Die Rechnung geht voll nicht auf.

Das Wort Ausgleichssport sollte so wie das Wort Work-Life-Balance auch aus jeden Vokabular gestrichen werden. Es ist sinnfrei wie das Wort Wasserwagenersatzblase. 

2024-05-09

Widerstandloses Gehen - Gehen ohne Anstrengung

Wie bei fast allem kann man nicht sagen: "Dies ist die einzig richtige Art!"
Höchstens könnte man behaupten, das diese oder jene Art einer anderen Art gegenüber einen Vorteil bringt.

Dies gilt auch für das Gehen.
Und man kann auf vielerlei Arten gehen.

Man kann sich unter anderem mit dem Standbein nach vorne drücken. Oder in dem fruchtbaren Augenblick, bei dem das Schwungbein zum Standbein wird sich mit der Ferse nach vorne ziehen.

Oder man fällt ganz einfach in den Schritt:
Dazu muss man nur den Körperschwerpunkt in die Richtung in die man gehen möchte vor dem Mittelpunkt der Unterstützungsfläche gebildet aus den Außenkante der beiden Füße und alles was da zwischen liegt verschieben.

Je weiter Schwerpunkt und Mittelpunkt sich auseinander verschieben, desto schneller kann man sich fortbewegen.

Wenn man dieses Verständnis sogar bis zu einer Kunst entwickelt hat, kann man sogar Treppen hinauf fallen und man hat nicht mehr das Gefühl seinen eigenen schweren Körper Stufe um Stufe hinauf zu hieven.

Der Vorteil dieser Gangart ist, dass man das Gefühl bekommt, dass das Gehen ohne Anstrengung passiert. Es gibt keinen Grund diesen Vorteil nicht auszunutzen.

2024-05-02

Das Gute an einem Teufelskreis

Da der Körper zusammenhängt bedingt sich eine Sache auf eine andere.

Passiert im oder am Körper etwas Negatives hat es negative Auswirkung im oder am Körper an anderer Stelle. Das wiederum hat einen schlechten Einfluss auf andere Stellen und so weiter.

Beispiel:
Man hat weniger Energie.
    ↓
Der Rücken wird geknickt.
    ↓
Der Brustkorb kann sich weniger bewegen.
    ↓
Man kann nicht mehr tief einatmen.
    ↓
Die verfügbare Menge an Sauerstoff wird weniger.
    ↓
Man hat weniger Energie.

Und man ist in einem Teufelskreis oder auch Circulus vitiosus genannt. Ein pathologischer Prozess, bei dem sich gestörte Körperfunktionen rückkoppelnd wechselseitig beeinflussen.
Eine ausgesprochen doofe Sache. Denn wenn mal einmal gefangen ist in einem solchen Kreislauf befindet man sich in einer Abwärtsspirale und es gibt viel zu viele Dinge, die man verbessern könnte. Es sind so viele Dinge, und man sie sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Das Gute an alle dem ist, ist dass es ein Rückkopplungskreislauf ist und es vollkommen egal ist, wo man eine Verbesserung ansetzt. Diese Verbesserung wird eine weitere Sache verbessern können, was wiederum eine weitere Verbesserung an anderer Stelle bewirkt.

Beispiel:
Der Brustkorb kann sich weniger bewegen.
    ⇓
Man schafft es, dass der Brustkorb sich besser bewegen kann
    ↓
Man kann tiefer einatmen.
    ↓
Die verfügbare Menge an Sauerstoff wir mehr.
    ↓
Man hat mehr Energie
    ↓
Man hat Kraft den Rücken gestreckter halten zu können.
    ↓
Der Brustkorb kann sich besser bewegen.

Man hat es selber in der Hand den Teufelskreis in einen Engelskreis zu ändern.

2024-04-25

Bauchatmung und Lungenatmung

Die Differenzierung von Bauch- und Lungenatmung ist nicht allzu starksinnig.
Die Bezeichnung von Bauch- und Lungenatmung ist sehr schwachsinnig.

Aber! ich weiß, was damit gemeint ist.

Egal, ob man die auf die sogenannte Bauch- oder Lungenatmung zurück greift, nutzt man die Lunge so oder so.
Deswegen beschimpfe ich die Bezeichnung als schwachsinnig.
Mit den Bezeichnungen Bauch- und Brustkorbatmung kann ich mehr anfangen.

Im Fachjargon wäre es "die zwerchfellforcierte Atmung" und  "die brustkorbforcierte Atmung".
Gefällt mir als Psudeointelektueller eh mehr - nicht umsonst frühstücke ich jeden Morgen einen Germanistikstudenten.

Spricht man über Pathologien ergibt es Sinn zwischen zwerchfell- und brustkorbforcierter Atmung zu unterscheiden, um über Analyse Ansätze für eine Progression heraus zuarbeiten.

Aber als vermeintlich gesunder Mensch einen Unterschied zu machen ist Kapazitätenverschwendung. Und es kann sogar durch verkopfte Übertreibung zu Pathologien führen.
Wenn man sich dazu erzieht die sogenannte Bauchatmung anzueignen, kann es vorkommen, dass der Luftstrom durch den Rachen gen Null geht, da man beim Aufblähen des Bauches den Brustkorb einzieht.

Als vermeintlich gesunder Mensch sollten die beiden Augenmerke auf Zwerchfell und Brustkorb fusionieren und die scheinbaren zwei getrennten Kapazitäten als Einheit genutzt werden.
Es ist doch nicht sinnvoll, eine Kapazität zu verschwenden.

Durch die Akkumulation von Wissen analysiert der moderne Zivilisationsmensch und wird nur noch kopfgesteuert. Vergisst dabei, dass der Kopf nur ein Teil vom gesamten Körper ist.

Also füll die Lunge doch einfach mit Luft.

 

2024-04-18

Ausamten bis zum Schluss

Meiner Beobachtung nach wird falsch geatmet. Entweder hält man die Luft an oder man atmet nicht bis zum Schluss aus.

Auf biochemischer Ebene mehrt sich der Anteil von Kohlenstoffdioxid im Gasgemisch der Lunge, wenn man nicht bis zum Schluss ausatmet.
Die verbrauchte Luft muss raus. Raus damit! Damit Platz geschaffen werden kann für frischen Sauerstoff.

Nimmt man die Erklärungsmodelle (1 und 2), bedeutet es doch, dass man bei der Ausatmung Seele ausatmet. Wird dadurch die Seele weniger? Ein beängstigender Gedanke. Vielleicht ist dem nicht so.

Sucht man bei einer berühmten Suchmaschine nach den Schlagworten "stress wegatmen", kommt man zu dem Ergebnis, dass diverse Krankenversicherungen und Verlage der Ansicht sind, Stress wegatmen zu können. Ein schöner Gedanke. Hoffentlich ist dem so.

Versucht man die beiden Gedanken über Seele und Stress zwanghaft in Zusammenhang zu bringen, kann man zum Schluss kommen, dass man gestresste Seele ausatmet. Und der moderne Zivilisationsmensch ist ja bekanntlich so oder so gestresst.
Lassen wir mal so stehen.

Allein die wissenschaftliche Erklärung über die Biochemie sollte einem als Benefit ausreichen bis zum Schluss auszuatmen.

2024-04-11

Aufrichtung durch Atmung - so einfach

Wie schon beschrieben, gibt es nicht die eine Art sich aufzurichten.

Dennoch hat man die Möglichkeit sich permanent auf zurichten.

"sich permanent aufrichten" ist ein anstrengender Gedanke - da geht der Bock doch direkt flöten.

Nicht, wenn man sich die Atmung zu Nutze macht.

Wenn man einatmet füllt sich die Lunge mit Luft.
Die Lunge bläht sich auf.
Die Lunge befindet sich innerhalb des Brustkorbes.
Der Brustkorb wird durch Rippen gebildet.
Die Rippen entspringen der Brustwirbelsäule.
Atmet man nun ein richtet sich die Brustwirbelsäule auf, weil sich die Lunge aufbläht.

Atmen tut man so oder so und zwar permanent.
Also hat man die Möglichkeit durch die Atmung sich permanent auf zurichten.
Da brauche man noch nicht mal Bock dafür und tut es trotzdem.
Man muss nur eine tiefe Atmung zulassen - funktioniert schon passiv, fast wie von selbst.


2024-04-04

Die Atmung und die eigene Seele

Im vorherigem Beitrag versuchte ich einen Kontext zwischen Atmung und Geist/Seele herzustellen.

Diesmal wird es wieder literarisch spirituell.

Im Japanischen wird die Atmung mit dem Schriftzeichen 息 dargestellt.
Dieses Schriftzeichen setzt sich aus zwei Radikalen 自 und 心 zusammen.
自 bedeutet "selbst"
und 心 ist "der Herz/die Seele".

Die Japaner haben die Schriftzeichen von den Chinesen übernommen.

Es ist interessant zu beobachten, dass zwei verschiedene Völker (die Römer und die Chinesen) einen Zusammenhang in der Atmung und Geist gesehen haben.

Dabei würde mich interessieren, ob die Völker sich bedingt haben und der eine diesen vermeintlichen Sachverhalten vom anderen übernommen hat oder, ob sich dies unabhängig voneinander entwickelt hat.

2024-03-27

Inspiration - im Volksmund und als medizinisches Fachwort

Bei der Frage, was man sich unter dem Wort "Inspiration" vorstellt fallen folgende Schlagwörter:
  •  etwas Einfallen
  • Idee
und solch Sachen. Oder gar:
  • Motivation
Im medizinischen Kontext ist platt die Einatmung damit gemeint.
Das Gegenteil ist die Exspiration.

Wenn man In- und Exspiration zerlegt, bleibt "In-", "Ex-" und "-spiration" übrig.
"In-" beschreibt was reingeht oder kommt
und "Ex-", dass was rausgeht.
"-spiration" kommt vom Lateinischen "spirare" und bedeutet: atmen, hauchen, leben.

Von spirare leitet sich das englische Wort "spirit" ab, was ins Deutsche mit "Geist", "Seele" oder gar "Stimmung" und "Laune" übersetzt werden kann.

Anscheinend hängen "Idee", "Atmen" und "Seele" irgendwie voneinander ab.

Keine Ahnung, was ich damit sagen will, aber es ist interessant. 

2024-03-20

Die Imaginäre globale und segmentale Autotraktion der Wirbelsäule 【IGAT&ISAT】

Es gibt mehrere Art und Weisen eine Haltungskorrektur für eine aufrechte Körperhaltung durch zuführen.
Es gibt nicht die eine Art und Weisen eine Haltungskorrektur für eine aufrechte Körperhaltung durch zuführen.

Bewegung sollte, wenn man sie durchführen soll passieren - sprich ein Happening sein.

Je größer das Repertoire von Bewegungen auf was man zurückgreifen kann ist, desto besser wird der Körper in Situationen, wenn eine Bewegung benötigt wird auswählen können, wie die Bewegung in dieser spezifischen Situation am optimalsten durch zuführen ist.

Die gängigste Art der Anleitung eine aufrechte Körperhaltung einzunehmen ist die IGAT - die imaginäre globale Autotraktion:
"Stelle Dir vor, Du bist eine Marionette und wirst am Kopf nach oben gezogen."
Also das "Wie Baron Münchhausen sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen hat"-Prinzip.
Super einfach - kennt jeder.
Man stellt sich einfach vor, wie man selbst die gesamte Wirbelsäule lang zieht - eine imaginäre  

Eine weitere Art, bei der es sich lohnt diese zu können ist die ISAT - die imaginäre segmentale Autotraktion.
Zwischen jedem einzelnem Wirbelkörper hat man für gewöhnlich eine Bandscheibe.
Und man stelle sich nun vor, wie von unten angefangen jede einzelne Bandscheibe sich aufbläst und und der Abstand zwischen jedem einzelnem Wirbelkörper größer wird.
Wenn man es als Spiel sieht, muss es in 26 Schritten ablaufen, da man 24 Wirbelkörper hat und und es mit dem Kreuzbein und oben mit dem Schädel abschließt. Verloren hat man das Spiel, wenn man weniger oder mehr als 26 Schritte benötigt.
Da auch dieses Konzept rein imaginär ist, sollte es einem bewusst sein, dass es in Wirklichkeit eh nicht funktioniert.
Dennoch ist das Learning (neudeutsch für Lehre), welches man aus diesem Spiel hat vorteilhaft.
Der Rücken ist in Relation zu unseren Handflächen ein ziemlich taubes Ding. Es fühlt nicht so detailliert. Und in dem man seine Vorstellung und Aufmerksamkeit auf die einzelnen Wirbelsegmente lenkt, erlangt man ein höheres Bewusstsein und eine Feinfühligkeit.

Weiterhin empfehle ich den Unterschied zwischen IGAT und ISAT selbst herauszufinden, indem man IGAT und ISAT im Wechsel mehrere Male wiederholt.
Allein die Tatsache, dass man nachspürt, sich Gedanken drüber macht,  sprich Nerven beansprucht lernt man daraus.
Und dies kann niemals ein Nachteil sein.